Erkältung bei Kindern: Hausmittel

Erkältung bei Kindern: Hausmittel

Kräutertee, Zwiebelsaft und warme Wickel – gerade bei Kindern können bestimmte Hausmittel gute Dienste leisten. Doch es gibt auch einige Aspekte, die beachtet werden müssen. So ist bei Honig und ätherischen Ölen besondere Vorsicht geboten, da sie speziell für kleine Kinder nicht geeignet sind.

Was gibt es zu beachten?

Grundsätzlich können gängige Hausmittel wie Kräutertees, warme Wickel oder Inhalationen auch bei Kindern angewendet werden. Zwar ist die Wirkung in den meisten Fällen nicht nachgewiesen, doch viele Anwendungen haben zumindest wohltuende Effekte und können den Heilungsprozess unterstützen. Einige Hausmittel sind allerdings nur für ältere Kinder geeignet. Zudem müssen Fehler vermieden werden, die schwere Folgen nach sich ziehen können – so gilt zum Beispiel:

Vorsicht mit ätherischen Ölen: In Einreibesalben und Zusätzen für Erkältungsbäder oder Inhalationen kommen häufig ätherische Öle wie Eukalyptus, Kampfer und Menthol zum Einsatz. Speziell für Kinder können diese Inhaltsstoffe gefährlich werden und zum Beispiel schwere Schäden der Atemwege oder des Nervensystems hervorrufen. Wichtig: Bei Babys und Kleinkindern unter 3 Jahren dürfen ätherische Öle nicht zum Einsatz kommen.

Erkältung bei Kindern
Wann zum Arzt?

Bei Babys und Kleinkindern sollte bei Erkältungssymptomen grundsätzlich der Kinderarzt aufgesucht werden.

Hohes Fieber, Ohrenschmerzen zählen zu den Warnzeichen, die unbedingt ärztlich abgeklärt werden müssen.

Honig nicht für Babys: Honig ist nur für ältere Kinder (ab 2 Jahren) als Süßungsmittel geeignet. Für Babys kann das Naturprodukt schnell gefährlich werden. Denn Honig kann bestimmte Bakterien enthalten, die Gifte bilden. Diese sind für Erwachsene und ältere Kinder harmlos, können bei Babys aber schwere Nervenschädigungen und eine Lähmung von Muskulatur und Atmung auslösen (Säuglingsbotulismus). Das Gleiche gilt übrigens auch für Ahornsirup.

Frühzeitig zum Kinderarzt: Gerade bei Babys und Kleinkindern kann sich aus einer einfachen Erkältung leicht eine Bronchitis oder Lungenentzündung entwickeln. Auch eine Mittelohrentzündung tritt bei den kleinen Patienten besonders häufig auf. Diese Komplikationen erfordern eine ärztliche Behandlung. Daher ist es wichtig, immer rasch mit dem Kinderarzt Rücksprache zu halten, wenn Babys oder Kleinkinder Erkältungssymptome zeigen.

Nicht jedes Hausmittel ist für jedes Alter geeignet. Gerade bei Babys und Kleinkindern sollten Sie vor der Anwendung von Hausmitteln besser Ihren Kinderarzt um Rat fragen.

Diese Hausmittel sind für Kinder geeignet

Warmer Tee

Warmer Tee

Viel trinken – das rät jeder Kinderarzt, wenn es um Erkältungen bei Kindern geht. Neben stillem Wasser ist auch warmer Tee (z. B. Holunder- oder Lindenblüten, Thymian) gut geeignet. Er sorgt nicht nur für wohlige Wärme, sondern kann auch die Schleimlösung in den Atemwegen unterstützen. Bei Fieber ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig, um einer Austrocknung des Körpers vorzubeugen. Bei älteren Kindern kann der Tee, falls erforderlich, auch mit Honig gesüßt werden.

Wichtig: In den ersten zwölf (besser noch 24) Monaten darf Kindern kein Honig oder Ahornsirup gegeben werden.

Inhalationen

Inhalationen

Dampfinhalationen, zum Beispiel mit einer Kochsalzlösung, können bei älteren Kindern mit Schnupfen und Husten ebenfalls sinnvoll sein, um den Schleim zu lockern und das Abhusten zu erleichtern. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Inhalationsgefäß (z. B. Topf oder Schüssel) sicher steht und das Kind nicht mit dem heißen Wasser in Berührung kommt. Ansonsten drohen schlimme Verbrühungen. Grundsätzlich gilt: Kinder müssen beim Inhalieren immer beaufsichtigt werden. Ist Ihr Kind schon älter, können Sie dem Wasser auch ätherische Öle (z. B. Eukalyptus) zusetzen.

Wichtig: Bei Babys und Kleinkindern können ätherische Öle und Salben zum Einreiben auf der Brust schwere Nebenwirkungen haben und dürfen daher nicht angewendet werden.

Zwiebelsaft gegen Husten

Zwiebelsaft gegen Husten

Dieser selbstgemachte Hustensirup kann bei Kindern ab 2 Jahren zum Einsatz kommen:

  • 1 bis 2 Zwiebeln schälen, würfeln und in ein verschließbares Glas füllen.
  • Mit Honig beträufeln und für einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen (am besten über Nacht).
  • Die Flüssigkeit, die sich mit der Zeit bildet, absieben und löffelweise über den Tag verteilt verabreichen.

Die Inhaltsstoffe der Zwiebel sollen nicht nur eine leicht desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung im Mund- und Rachenraum entfalten, sondern auch die Bronchien beruhigen.

Lutschen und Gurgeln bei Halsschmerzen

Lutschen und Gurgeln bei Halsschmerzen

Bei Halsschmerzen sind Lutschbonbons, zum Beispiel mit Pfefferminz oder Salbei, gut geeignet – allerdings nur für Kinder, die schon selbstständig lutschen können, ohne sich zu verschlucken. Beim Lutschen wird die Speichelproduktion gesteigert, sodass die angegriffenen Schleimhäute im Rachen angenehm befeuchtet werden.

Gut zu wissen: Auch Gurgeln mit warmem Kamillen- oder Salbeitee ist für ältere Kinder eine gute Option.

Kalte oder warme Wickel

Kalte oder warme Wickel

Wickel, Auflagen und Umschläge haben bei vielen Alltagsbeschwerden eine lange Tradition. Auch bei Erkältungsbeschwerden können sie gute Dienste leisten. Grundsätzlich gilt:

  • Warme Wickel (z. B. Kartoffelwickel) regen die Durchblutung an
  • Kalte Wickel (z. B. Quarkwickel, Essigwickel) wirken entzündungslindernd und fiebersenkend

Bei Halsschmerzen können warme oder kalte Wickel sinnvoll sein. Wenn ihr Kind friert, ist ein warmer Wickel geeignet, ansonsten können kalte Wickel die Halsbeschwerden etwas lindern. Bei akuten Ohrenschmerzen werden wärmende Zwiebelwickel empfohlen (zuvor muss jedoch der Kinderarzt aufgesucht werden!). Ein kühlendes Tuch auf der Stirn kann bei Kopfschmerzen lindernd wirken. Kühlende Wadenwickel kommen bei Fieber infrage (nicht bei Schüttelfrost anwenden). Bei kleinen Kindern dürfen die Wickel nicht länger als zehn Minuten angewendet werden.

Erkältung: Häufige Fragen

In den meisten Fällen sind Viren die Ursache einer Erkältung (auch grippaler Infekt genannt). Mehr als 200 verschiedene Virenarten sind bekannt, die erkältungstypische Symptome hervorrufen können. Dazu zählen zum Beispiel die sogenannten Rhinoviren, die hinter etwa der Hälfte aller Erkältungskrankheiten stecken. Nur selten liegt eine bakterielle Infektion zugrunde. Gut zu wissen: Kälte allein reicht nicht aus, um eine Erkältung auszulösen – aber sie macht unsere Schleimhäute anfälliger für die Krankheitserreger.

Mehr über die Erreger und Ansteckungswege

Ein unangenehmes Kratzen im Hals, Kribbeln in der Nase, Niesreiz und leichtes Frösteln – das können die ersten Anzeichen dafür sein, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Etwa ein bis zwei Tage nach der Ansteckung treten die ersten Symptome auf. Im Verlauf kommt es dann zu Schnupfen, Halsschmerzen und Husten.

Mehr über die Symptome erfahren

Wenn es Sie erwischt hat, sollten Sie sich zunächst einmal etwas Ruhe gönnen und viel trinken. Um Symptome wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen zu lindern, stehen in der Apotheke rezeptfreie Mittel zur Verfügung. Bei verstopfter Nase etwa kann ein abschwellendes Nasenspray kurzzeitig für besseres Durchatmen sorgen. Schleimlösende Mittel können bei festsitzendem Husten oder Sekretstau in der Nase sinnvoll sein. Und bei Halsschmerzen können mitunter wirkstoffhaltige Lutschtabletten oder Halssprays Linderung verschaffen. Bei Kopf- und Gliederschmerzen kommen Schmerzmittel infrage.

Mehr über Mittel gegen Erkältung erfahren

In der Regel ist nach 7 Tagen das Schlimmste überstanden. Es kann jedoch durchaus sein, dass sich eine Erkältung auch mal länger hinzieht. Insbesondere Husten kann recht hartnäckig sein. Wichtig ist, dass man seinem Körper Ruhe gönnt – ansonsten kann eine Erkältung auch leicht verschleppt werden und Komplikationen (z. B. Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis) nach sich ziehen.

Mehr erfahren

Eine gewöhnliche Erkältung kündigt sich normalerweise mit einem leichten Halskratzen und einem Kribbeln in der Nase an. Die typischen Symptome stellen sich langsam ein und Fieber ist bei Erwachsenen eher eine Seltenheit. Im Gegensatz dazu ist eine „echte“ Grippe durch einen plötzlichen Krankheitsbeginn gekennzeichnet: Fieber tritt häufig auf und setzt auch schnell ein. Kopf- und Gliederschmerzen sind bei einer Grippe im Vergleich zur Erkältung besonders stark ausgeprägt.

Mehr erfahren

Hätten Sie's gewusst?

Die meisten Erkältungen werden von Viren ausgelöst. 200 verschiedene Arten solcher Erkältungsviren sind bislang bekannt.1

30 bis 50 Prozent der Erkältungen werden von sogenannten Rhinoviren ausgelöst.1 Aber auch Coronaviren, Adenoviren und bestimmte Bakterien können die typischen Beschwerden auslösen.

Da es so viele verschiedene Erkältungsviren gibt, muss unser Immunsystem jedes Mal neu lernen, diese abzuwehren. Daher haben wir immer wieder mit den lästigen Symptomen zu kämpfen.2

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, daher sind sie bei einer Erkältung in der Regel wirkungslos. Sie sollten nur gezielt zum Einsatz kommen, wenn Bakterien an der Erkrankung beteiligt sind.

Erkältungen werden oft auch als „grippaler Infekt“ bezeichnet. Allerdings verläuft eine Erkältung wesentlich harmloser als die „echte“ Grippe, die von sogenannten Influenzaviren ausgelöst wird.1, 2

Meist ist eine Erkältung nach etwa einer Woche ausgestanden. Einzelne Symptome können aber länger anhalten. Vor allem Husten kann hartnäckig sein und klingt manchmal erst nach rund drei Wochen ab.2

Erwachsene erkälten sich im Schnitt zwei- bis viermal pro Jahr.2 Geht man davon aus, dass jede Erkältung etwa eine Woche dauert, war man also im Alter von 75 Jahren rund vier Jahre erkältet.

Kinder sind besonders häufig erkältet: Sechs bis zehn Erkältungen im Jahr sind bei ihnen ganz normal.2

Schlafmangel kann das Schnupfenrisiko deutlich erhöhen. In einer Studie waren Menschen mit weniger als 6 Stunden Schlaf rund 4-mal so anfällig wie Personen, die mindestens 7 Stunden schliefen. Wer weniger als 5 Stunden schlief, hatte sogar ein 4,5-mal höheres Risiko.3

Auf trockenen Oberflächen wie Türklinken haften ansteckende Rhinoviren mindestens zwei Stunden lang – im Extremfall sogar bis zu sieben Tage lang.4 Bester Schutz vor Ansteckung ist und bleibt daher eine gründliche Händehygiene.

  • 1 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/grundlagen/index.html
  • 2 https://www.gesundheitsinformation.de/erkaeltung.html
  • 3 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/forschungsansaetze/index.html
  • 4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1564025/