Halsschmerzen bei Kindern

Halsschmerzen bei Kindern

Ein unangenehmes Halskratzen ist oft das erste Anzeichen dafür, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Gerade in den ersten Tagen eines grippalen Infekts können auch fiese Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auftreten. Lesen Sie hier, wie sich die Beschwerden lindern lassen.

Halsschmerzen und Schluckbeschwerden

Neben Schnupfen und Husten zählen Halsschmerzen zu den typischen Symptomen einer Erkältung. In den meisten Fällen gehen sie auf eine Infektion mit Viren zurück. Normalerweise gehen erkältungsbedingte Halsschmerzen innerhalb von maximal zwei bis drei Tagen deutlich oder vollständig zurück.

Ältere Kinder können in der Regel schon gut beschreiben, wo sie Schmerzen haben. Kleinere Kinder können die Beschwerden hingegen oft nur schwer lokalisieren und sich nicht so gut mitteilen. Wenn Ihr Kind erkältet ist und nicht trinken oder essen will, kann dies (auch) auf Halsschmerzen hinweisen.

Halsschmerzen bei Kindern – was tun?

Doch wie verschafft man den kleinen Patienten die nötige Linderung? Die folgenden Maßnahmen können hilfreich sein:

Den Hals warmhalten: Ein warmer Schal oder ein Tuch um den Hals helfen, den Hals warm zu halten.

Viel trinken: Eine ausreichende Trinkmenge hält die Schleimhäute im Rachen feucht und unterstützt die Schleimlösung in den Atemwegen. Für Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren wird eine tägliche Trinkmenge von etwa 4 Gläsern empfohlen. Geeignet sind neben Wasser auch ungesüßtes Kräutertees. Speziell bei Halsschmerzen tut zwischendurch auch eine heiße Milch mit Honig gut. Wichtig: Honig darf bei Kindern unter 2 Jahren nicht zum Einsatz kommen, da Bakterien enthalten sein können, die den lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus auslösen können.

Kräuter-Bonbons (z. B. Salbei, Thymian) lutschen: Durch das Lutschen wird die Speichelproduktion angeregt – das kann die gereizten Schleimhäute im Rachen etwas beruhigen. Wichtig: Bonbons sind nur für Kinder geeignet, die schon sicher lutschen können.

Weiche oder flüssige Nahrung: Ist das Schlucken sehr schmerzhaft, sollten Sie Ihrem Kind nur weiche oder flüssige Speisen (z. B. Suppen, Breie) anbieten. Kühle Getränke, Joghurt aus dem Kühlschrank oder eine Portion Speiseeis können bei einer akuten Halsentzündung kurzzeitig schmerzlindernd wirken.

Das Kinderzimmer lüften: Durch die regelmäßige Frischluftzufuhr steigt der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft – das tut den gereizten Atemwegen gut.

Kalte oder warme Halswickel: Warme Kartoffelwickel oder kühlende Quarkauflagen können bei Halsschmerzen ebenfalls wohltuende Effekte entfalten – speziell bei älteren Kindern können diese Hausmittel auch eine gute Option sein. Fragen Sie Ihr Kind am besten, ob es eher ein Bedürfnis nach Wärme oder Kühlung hat.

Mittel gegen Halsschmerzen bei Kindern

In der Apotheke stehen rezeptfreie Medikamente zur Verfügung, die Halsschmerzen lindern können und auch zur Anwendung bei Kindern geeignet sind. Sie enthalten oft Wirkstoffe, die eine lokale Betäubung der gereizten Schleimhaut im Bereich des Rachens bewirken. Manche Präparate verfügen zusätzlich über entzündungshemmende Effekte. Solche Lokalanästhetika bzw. Rachentherapeutika sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:

  • Lutschpastillen
  • Halssprays
  • Gurgel-Lösungen

Wenn die Halsschmerzen auf eine einfache Erkältung zurückgehen, sind Antibiotika in der Regel weder sinnvoll noch nötig. Bei bestimmten anderen Erkrankungen, die ebenfalls mit Halsschmerzen einhergehen können (z. B. Scharlach), ist eine ärztliche Behandlung und ggf. auch eine Antibiotika-Therapie notwendig.

Wichtig: Lesen Sie immer die Packungsbeilage, bevor Sie Ihrem Kind Medikamente verabreichen und achten Sie darauf, dass das jeweilige Präparat speziell für das Alter Ihres Kindes geeignet ist. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Wann zum Arzt?

Bei Babys und kleinen Kindern sollten Erkältungssymptome grundsätzlich und frühzeitig vom Kinderarzt abgeklärt werden. Unbedingt sollten Sie ärztlichen Rat einholen, wenn sich bei Ihrem Kind zusätzlich zum Beispiel folgende Symptome einstellen:

  • Hohes Fieber
  • Tiefrote Zunge
  • Hautausschlag
  • Gelbe Eiterpünktchen auf den Mandeln
  • Lymphknotenschwellung

Erkältung bei Kindern: Tipps

Ruhe und Schlaf

Ruhe und Schlaf

Bei einer Erkältung läuft das Immunsystem Ihres kleinen Patienten auf Hochtouren, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Daher braucht Ihr Kind vor allem Ruhe und viel Schlaf. Herumtoben sollte Ihr Kind bei einer Erkältung auf jeden Fall nicht – auch wenn es vielleicht recht munter wirkt. Achten Sie auf einen angepassten Tagesablauf und geeignete Beschäftigungen wie Lesen oder Malen.

Gut zu wissen: Solange kein Fieber auftritt und Ihr Kind nicht müde ist, können kurze Spaziergänge an der frischen Luft sogar hilfreich sein – gerade auch in der kalten Jahreszeit, wenn die trockene Heizungsluft die Atemwege zusätzlich reizt. Wichtig ist dann, dass Sie auf warme Kleidung achten.

Viel trinken

Viel trinken

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist das A und O bei einer Erkältung. Denn das befeuchtet die Schleimhäute in den Atemwegen und verflüssigt den Schleim, sodass dieser besser abfließen kann. Am besten eignen sich stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für 1- bis 4-jährige Kinder eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens vier Gläsern à 0,2 Liter, für 4- bis 10-jährige Kinder von mindestens vier Gläsern à 0,25 Liter. 10- bis 15-Jährige sollten mindestens fünf Gläser à 0,25 Liter am Tag trinken. Der individuelle Flüssigkeitsbedarf kann auch deutlich höher ausfallen – das gilt insbesondere bei Erkältungen mit Fieber. Bieten Sie Ihrem Kind daher regelmäßig zu trinken an.

Inhalieren

Inhalieren

Inhalationen mit heißem Wasserdampf sind ein richtiger Klassiker bei Erkältung. Tatsächlich können die Dämpfe beruhigend auf die gereizten Atemwege wirken, indem sie diese befeuchten und die Schleimlösung unterstützen. Vorsicht: Bei Kindern sollte das Wasser nicht allzu heiß sein. Lassen Sie Ihr Kind außerdem niemals unbeaufsichtigt und stellen Sie sicher, dass das Gefäß mit heißem Wasser nicht umkippen kann. Spezielle Inhalationsgeräte aus der Apotheke bieten zusätzlichen Schutz vor Verbrühungen.

Wichtig: Kleinkinder und Babys sollten auf keinen Fall mit ätherischen Ölen inhalieren, da sie die Schleimhäute reizen und sogar Atemnot auslösen können.

Vorsicht bei ätherischen Ölen!

Vorsicht bei ätherischen Ölen!

Eukalyptus, Kampfer, Pfefferminz und Co.: Nicht nur beim Inhalieren kommen ätherische Öle zum Einsatz – auch in vielen Erkältungssalben und -bädern sind sie enthalten. Solche Erkältungsmittel sollten Sie jedoch auf keinen Fall bei Babys und Kleinkindern anwenden, denn ätherische Öle können bei ihnen zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen. Dazu zählen beispielsweise Krampfanfälle, Schockreaktionen und Übelkeit. Auch schwere allergische Reaktionen bis hin zu Atemnot kommen vor. Bei Säuglingen kann es zudem zu lebensbedrohlichen Verkrampfungen des Kehlkopfes kommen, die zum Atemstillstand führen.

Raumluft befeuchten

Raumluft befeuchten

Trockene Heizungsluft reizt die Atemwege und kann somit die Erkältungssymptome sogar noch verschlimmern. Achten Sie daher darauf, regelmäßig zu lüften. Feuchte Tücher über der Heizung können zudem helfen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Eine weitere Möglichkeit: Hängen Sie einfach Ihre frisch gewaschene Wäsche im Kinderzimmer zum Trocknen auf. So sorgen Sie für eine feuchtere Raumluft, die die gereizten Schleimhäute schont.

Lutschbonbons gegen Halsschmerzen

Lutschbonbons gegen Halsschmerzen

Bei Halsschmerzen kann das Lutschen von Bonbons lindernd wirken. Denn das regt die Speichelproduktion an und befeuchtet so die gereizten Schleimhäute. Geeignet sind zum Beispiel zuckerfreie Salbeibonbons.

Wichtig: Bonbons sind nur für Kinder geeignet, die schon sicher lutschen können, ohne sich zu verschlucken!

Wann zum Arzt?

Wann zum Arzt?

Bei Babys und Kleinkindern sollten Erkältungssymptome grundsätzlich vom Kinderarzt abgeklärt werden, denn bei ihnen ist das Risiko für Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen besonders hoch. Mit älteren Kindern sollten Sie unter anderem dann zum Arzt gehen, wenn das Kind heiser wird, schlecht Luft bekommt oder starke Schmerzen hat. Auch länger als zwei Wochen anhaltender Husten sollte ärztlich abgeklärt werden. Das Gleiche gilt, wenn sich der Schleim gelblich oder rötlich verfärbt und wenn Fieber über 39 Grad Celsius steigt oder länger als drei Tage anhält.

Hätten Sie's gewusst?

Die meisten Erkältungen werden von Viren ausgelöst. 200 verschiedene Arten solcher Erkältungsviren sind bislang bekannt.1

30 bis 50 Prozent der Erkältungen werden von sogenannten Rhinoviren ausgelöst.1 Aber auch Coronaviren, Adenoviren und bestimmte Bakterien können die typischen Beschwerden auslösen.

Da es so viele verschiedene Erkältungsviren gibt, muss unser Immunsystem jedes Mal neu lernen, diese abzuwehren. Daher haben wir immer wieder mit den lästigen Symptomen zu kämpfen.2

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, daher sind sie bei einer Erkältung in der Regel wirkungslos. Sie sollten nur gezielt zum Einsatz kommen, wenn Bakterien an der Erkrankung beteiligt sind.

Erkältungen werden oft auch als „grippaler Infekt“ bezeichnet. Allerdings verläuft eine Erkältung wesentlich harmloser als die „echte“ Grippe, die von sogenannten Influenzaviren ausgelöst wird.1, 2

Meist ist eine Erkältung nach etwa einer Woche ausgestanden. Einzelne Symptome können aber länger anhalten. Vor allem Husten kann hartnäckig sein und klingt manchmal erst nach rund drei Wochen ab.2

Erwachsene erkälten sich im Schnitt zwei- bis viermal pro Jahr.2 Geht man davon aus, dass jede Erkältung etwa eine Woche dauert, war man also im Alter von 75 Jahren rund vier Jahre erkältet.

Kinder sind besonders häufig erkältet: Sechs bis zehn Erkältungen im Jahr sind bei ihnen ganz normal.2

Schlafmangel kann das Schnupfenrisiko deutlich erhöhen. In einer Studie waren Menschen mit weniger als 6 Stunden Schlaf rund 4-mal so anfällig wie Personen, die mindestens 7 Stunden schliefen. Wer weniger als 5 Stunden schlief, hatte sogar ein 4,5-mal höheres Risiko.3

Auf trockenen Oberflächen wie Türklinken haften ansteckende Rhinoviren mindestens zwei Stunden lang – im Extremfall sogar bis zu sieben Tage lang.4 Bester Schutz vor Ansteckung ist und bleibt daher eine gründliche Händehygiene.

  • 1 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/grundlagen/index.html
  • 2 https://www.gesundheitsinformation.de/erkaeltung.html
  • 3 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/forschungsansaetze/index.html
  • 4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1564025/