Hausmittel bei Erkältung

Hausmittel bei Erkältung

Kräutertee, Zwiebelsaft und warme Wickel – Hausmittel haben gerade bei Erkältungsbeschwerden eine lange Tradition. Viele empfinden die natürlichen Behandlungsmethoden zumindest als wohltuend. Lesen Sie hier, was Sie bei der Anwendung beachten sollten.

Was Hausmittel leisten können

Hausmittel erfreuen sich großer Beliebtheit. Zweifellos hat es seinen Charme, wenn man Alltagsbeschwerden mit ganz einfachen Mitteln zu Hause behandeln kann. Heilpflanzen, Wickel & Co. können tatsächlich in vielen Fällen zumindest wohltuende Effekte entfalten und die Genesung unterstützen. Manche Anwendungen sollen zum Beispiel auch schmerzlindernde, entzündungshemmende oder antibakterielle Wirkungen haben.

Was ist zu beachten?

Gerade einfache Erkältungen lassen sich mit Hausmitteln und rezeptfreien Medikamenten oft gut in Eigenregie behandeln. Dennoch sollte man einige Punkte beachten:

  • Eine Behandlung, auch mit Hausmitteln, sollte insbesondere bei Kindern und Schwangeren nie ohne Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Kinder reagieren oft viel sensibler als Erwachsene (z. B. auf ätherische Öle) und bei Schwangeren können verschiedene Heilpflanzen (z. B. Ingwer) Wehen auslösen.
  • Bei Allergikern und Menschen mit empfindlichen Atemwegen ist ebenfalls besondere Vorsicht geboten. Denn pflanzliche Mittel können Stoffe enthalten, die Allergien auslösen oder die Schleimhäute reizen.

Erkältung – wann zum Arzt?

Bei folgenden Warnzeichen sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen.

  • Hohes Fieber
  • Starke Halsschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schmerzen beim Atmen oder Husten, Atemnot
  • Schmerzen oder Druckgefühl im Bereich von Stirn, Kiefer und Nasennebenhöhlen
  • Eitriger oder blutiger Auswurf
  • Ausbleibende Besserung oder Verschlimmerung der Beschwerden

Wichtig: Bei Kindern, Schwangeren, älteren Menschen oder chronisch Kranken sollten Erkältungssymptome grundsätzlich von einem Arzt abgeklärt werden.

Welche Hausmittel sind bei Erkältung geeignet?

Erkältungsbad

Erkältungsbad

Wer beim ersten Frösteln, Nasenkribbeln oder Halskratzen schnell reagiert, kann sich mit einem Erkältungsbad tatsächlich etwas Gutes tun. Der Körper wird aufgewärmt, die Durchblutung steigt – das kann die Abwehrkräfte ankurbeln. Nach dem Abtrocknen packen Sie sich am besten schön warm ein und machen es sich auf der Couch gemütlich. Menschen mit Kreislaufproblemen oder Herzerkrankungen sollten besser keine warmen Vollbäder nehmen. Auch wenn die Erkältung schon voll ausgebrochen ist, ist ein Erkältungsbad meist nicht mehr sinnvoll.

Badezusätze mit Eukalyptus, Thymian oder Latschenkiefer werden oft empfohlen. Doch Vorsicht: Bei Allergien oder empfindlichen Atemwegen können ätherische Öle zum Problem werden. Bei Kleinkindern dürfen die meisten ätherische Öle grundsätzlich nicht angewendet werden.

Kräutertee

Kräutertee

Viel trinken – so lautet die allgemeine Empfehlung bei Erkältungskrankheiten. Denn eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Schleimlösung in den Atemwegen. Etwa 1,5 bis 2 Liter sollten Erwachsene täglich in Form von Getränken zu sich nehmen. Bei einer Erkältung werden vor allem warme Kräutertees empfohlen. Lindenblüten, Thymian, Kamille, Ingwer oder Salbei – es gibt zahlreiche Heilpflanzen, die sich speziell bei Husten und Schnupfen bewährt haben.

Extra-Tipp: Arzneitees sind pflanzliche Heilmittel, die speziell zur Vorbeugung und Behandlung bestimmter Erkrankungen (z. B. auch bei Erkältungsbeschwerden) eingesetzt werden und als Arzneimittel strengeren Vorschriften unterliegen als „normale“ Tees.

Inhalationen

Inhalationen

Inhalieren zählt sicherlich zu den gängigsten Hausmitteln bei Erkältungskrankheiten. Das Einatmen warmer Dämpfe wirkt schleimlösend und befeuchtet die Atemwege. Die einfachste Variante: Heißes Wasser in einen Topf füllen, sich mit einem Handtuch über dem Kopf darüber beugen und die warmen Dämpfe einatmen. Achtung: Beim Hantieren mit dem heißen Wasser kann man sich schlimme Verbrühungen zuziehen – daher ist äußerste Vorsicht geboten. Wer mag, kann auch geeignete Inhalationszusätze wie zum Beispiel Heilkräuter ins Wasser geben. Wichtig: Bei Kleinkindern dürfen keine ätherischen Öle verwendet werden und Kamille kann allergische Reaktionen auslösen.

Zwiebelsaft gegen Husten

Zwiebelsaft gegen Husten

Klingt eklig, soll aber helfen: Zwiebelsaft. Den Inhaltsstoffen sagt man eine keimabtötende und leicht entzündungshemmende Wirkung nach. Außerdem sollen sie die gereizten Schleimhäute beruhigen. Da sich der selbstgemachte Hustensirup ganz einfach herstellen lässt, kann man es durchaus auf einen Versuch ankommen lassen:

Ein bis zwei Zwiebeln schälen, würfeln und in ein verschließbares Glas füllen. Mit Zucker oder Honig (Honig nicht bei Kindern unter 2 Jahren) vermengen und für einige Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank ziehen lassen. Die Flüssigkeit, die sich dabei bildet, ist der Zwiebelsaft, der abgesiebt werden kann. Er soll löffelweise über den Tag verteilt eingenommen werden.

Warme Kartoffelwickel

Warme Kartoffelwickel

Wärme fördert die Durchblutung, wirkt schmerzlindernd und kann die Abwehrkräfte ankurbeln. Daher werden warme Kartoffelwickel auch bei Erkältungshusten und Halsschmerzen empfohlen. Der Vorteil, den die tolle Knolle mitbringt: Gekochte Kartoffeln geben die Wärme besonders lange und intensiv ab. So funktioniert´s: Etwa 500 g mehlige Kartoffeln kochen, abgießen, auf einem Leinentuch mit einer Gabel zerdrücken und kurz ausdampfen lassen. Das Tuch anschließend so einschlagen, dass nichts herausfallen kann – dann auf die Brust legen oder um den Hals wickeln. Falls nötig, kann ein zweites Tuch zwischen Haut und Wickel gelegt werden. Um den Wickel am Hals zu fixieren, kann ein drittes Tuch erforderlich sein.

Gut zu wissen: Speziell bei Halsschmerzen können auch kühlende Quarkwickel sinnvoll sein. Mehr erfahren

Lutschen und Gurgeln bei Halsschmerzen

Lutschen und Gurgeln bei Halsschmerzen

Bei Halsschmerzen sind Lutschbonbons, zum Beispiel mit Pfefferminz oder Salbei, gut geeignet. Denn beim Lutschen wird die Speichelproduktion gesteigert, sodass die angegriffenen Schleimhäute im Rachen angenehm befeuchtet werden.

Gut zu wissen: Auch Gurgeln mit warmem Kamillen- oder Salbeitee ist ein bewährtes Hausmittel bei Halsschmerzen.

Erkältung: Häufige Fragen

In den meisten Fällen sind Viren die Ursache einer Erkältung (auch grippaler Infekt genannt). Mehr als 200 verschiedene Virenarten sind bekannt, die erkältungstypische Symptome hervorrufen können. Dazu zählen zum Beispiel die sogenannten Rhinoviren, die hinter etwa der Hälfte aller Erkältungskrankheiten stecken. Nur selten liegt eine bakterielle Infektion zugrunde. Gut zu wissen: Kälte allein reicht nicht aus, um eine Erkältung auszulösen – aber sie macht unsere Schleimhäute anfälliger für die Krankheitserreger.

Mehr über die Erreger und Ansteckungswege

Ein unangenehmes Kratzen im Hals, Kribbeln in der Nase, Niesreiz und leichtes Frösteln – das können die ersten Anzeichen dafür sein, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Etwa ein bis zwei Tage nach der Ansteckung treten die ersten Symptome auf. Im Verlauf kommt es dann zu Schnupfen, Halsschmerzen und Husten.

Mehr über die Symptome erfahren

Wenn es Sie erwischt hat, sollten Sie sich zunächst einmal etwas Ruhe gönnen und viel trinken. Um Symptome wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen zu lindern, stehen in der Apotheke rezeptfreie Mittel zur Verfügung. Bei verstopfter Nase etwa kann ein abschwellendes Nasenspray kurzzeitig für besseres Durchatmen sorgen. Schleimlösende Mittel können bei festsitzendem Husten oder Sekretstau in der Nase sinnvoll sein. Und bei Halsschmerzen können mitunter wirkstoffhaltige Lutschtabletten oder Halssprays Linderung verschaffen. Bei Kopf- und Gliederschmerzen kommen Schmerzmittel infrage.

Mehr über Mittel gegen Erkältung erfahren

In der Regel ist nach 7 Tagen das Schlimmste überstanden. Es kann jedoch durchaus sein, dass sich eine Erkältung auch mal länger hinzieht. Insbesondere Husten kann recht hartnäckig sein. Wichtig ist, dass man seinem Körper Ruhe gönnt – ansonsten kann eine Erkältung auch leicht verschleppt werden und Komplikationen (z. B. Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis) nach sich ziehen.

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Eine gewöhnliche Erkältung kündigt sich normalerweise mit einem leichten Halskratzen und einem Kribbeln in der Nase an. Die typischen Symptome stellen sich langsam ein und Fieber ist bei Erwachsenen eher eine Seltenheit. Im Gegensatz dazu ist eine „echte“ Grippe durch einen plötzlichen Krankheitsbeginn gekennzeichnet: Fieber tritt häufig auf und setzt auch schnell ein. Kopf- und Gliederschmerzen sind bei einer Grippe im Vergleich zur Erkältung besonders stark ausgeprägt.

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Hätten Sie's gewusst?

Die meisten Erkältungen werden von Viren ausgelöst. 200 verschiedene Arten solcher Erkältungsviren sind bislang bekannt.1

30 bis 50 Prozent der Erkältungen werden von sogenannten Rhinoviren ausgelöst.1 Aber auch Coronaviren, Adenoviren und bestimmte Bakterien können die typischen Beschwerden auslösen.

Da es so viele verschiedene Erkältungsviren gibt, muss unser Immunsystem jedes Mal neu lernen, diese abzuwehren. Daher haben wir immer wieder mit den lästigen Symptomen zu kämpfen.2

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, daher sind sie bei einer Erkältung in der Regel wirkungslos. Sie sollten nur gezielt zum Einsatz kommen, wenn Bakterien an der Erkrankung beteiligt sind.

Erkältungen werden oft auch als „grippaler Infekt“ bezeichnet. Allerdings verläuft eine Erkältung wesentlich harmloser als die „echte“ Grippe, die von sogenannten Influenzaviren ausgelöst wird.1, 2

Meist ist eine Erkältung nach etwa einer Woche ausgestanden. Einzelne Symptome können aber länger anhalten. Vor allem Husten kann hartnäckig sein und klingt manchmal erst nach rund drei Wochen ab.2

Erwachsene erkälten sich im Schnitt zwei- bis viermal pro Jahr.2 Geht man davon aus, dass jede Erkältung etwa eine Woche dauert, war man also im Alter von 75 Jahren rund vier Jahre erkältet.

Kinder sind besonders häufig erkältet: Sechs bis zehn Erkältungen im Jahr sind bei ihnen ganz normal.2

Schlafmangel kann das Schnupfenrisiko deutlich erhöhen. In einer Studie waren Menschen mit weniger als 6 Stunden Schlaf rund 4-mal so anfällig wie Personen, die mindestens 7 Stunden schliefen. Wer weniger als 5 Stunden schlief, hatte sogar ein 4,5-mal höheres Risiko.3

Auf trockenen Oberflächen wie Türklinken haften ansteckende Rhinoviren mindestens zwei Stunden lang – im Extremfall sogar bis zu sieben Tage lang.4 Bester Schutz vor Ansteckung ist und bleibt daher eine gründliche Händehygiene.

  • 1 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/grundlagen/index.html
  • 2 https://www.gesundheitsinformation.de/erkaeltung.html
  • 3 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/forschungsansaetze/index.html
  • 4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1564025/